Blograubarchivierer sind Verbrecher

07.05.2006 / von Dominic

Auch von unserer Seite wurden einige Inhalte ungefragt auf dem archiv-blog.de »gesichert«, falls, so heißt es heuchlerisch und »gemeinnützig« (oder einfach nur dumm), unser

... Server geklaut wird oder abbrennt …

Vielen Dank für die wie immer unnötigen Sorgen, Mutter. Aber die nächtliche Sicherung durch unseren Provider sowie die Sicherheitsvorkehrungen im Rechenzentrum von LambdaNet haben uns bisher recht ruhig schlafen lassen.

Weiter und noch scheinheiliger heißt es auf der Seite:

Dieser Service ist völlig kostenlos für alle Nutzer und wird die anfallenden Kosten allein durch Werbung auf dieser Webseite finanzieren.

Ja, das ist unsere Seite auch. Kostenlos für alle Nutzer und mit Werbung drauf. Deshalb finden wir es auch garnicht lustig, wenn Leute sich die Inhalte unserer Seite »ausleihen«, sie auf den ersten Blick als eigenen Inhalt ausgeben, um noch die eigene Werbung drauf zu legen. Zum Allgemeinwohl natürlich, denn ein paar MB Webspace kosten ja heutzutage mindestens dreißig fantastrilliarden millonen Euro pro Monat.

Das klauen hat auch nichts mit Zitieren gemeinsam, und auch der Google Cache oder das Internet Archive funktionieren anders. Dort werden die kompletten Seiten, samt Design, Inhalt, Kommentaren wiedergegeben. Ohne zusätzliche Werbung.
Und wer diese Funktionen nutzt, weiß, was er da tut und vorallem konkurrieren diese Seiten nicht in den Suchergebnissen mit denen des eigentlichen Urhebers.

Um nicht nur wieder zu motzen: Eine Auflistung von Blogs und Auszüge aus deren Inhalt halte ich nicht generell für Betrug am Kunden.
Die Seite Berlinblogs listet z.B. Inhalte der letzten Tage von einer handvoll Blogs aus und über Berlin. Der wichtige Unterschied ist auch: Hier wird nichts archiviert oder scheinheilig die Welt gebackupt, falls sie mal untergeht.

Um nochmal auf den Titel zurückzukommen: Nein, man braucht den Betreiber von archiv-blog.de nicht abzumahen und öffentlich vierteilen. Jedenfalls nicht, wenn er es zeitnah einsieht, dass sein Geschäftsmodell Schrott ist/war und die komplette Seite vom Netz nimmt bzw. alle Autoren danach fragt (opt-in), ob sie mit der Veröffentlichung dort einverstanden sind.
Bei den angeblich rund 20.000 Blogs, hat er ja einiges vor sich.


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